Arbeiten neben dem Studium?

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb man neben dem (Vollzeit-)Studium arbeiten sollte, aber der Hauptgrund sind natürlich die Finanzen. Vor allem wer von zu Hause ausgezogen ist, könnte auf ein regelmässiges Einkommen angewiesen sein. Aber ist es überhaupt möglich Arbeit und Schule zu kombinieren und dabei nicht im Stress unterzugehen?

Hast du Zeit zu Arbeiten?

Diese Frage kann ich nicht für jeden einfach mit Ja oder Nein beantworten. Die Antwort fällt für jeden ganz individuell aus, ausschlaggebend ist das gewählte Studium und wie fordernd dieses ist. Zudem natürlich wie dringen das Geld ist. Wenn du fünf Tage die Woche Vorlesungen hast, möchtest du dann wirklich noch einen Tag des Wochenendes an einen Nebenjob verlieren? Zusätzlich kommt das Selbststudium hinzu, das auf keinen Fall unterschätzt werden soll, d.h. du brauchst auch zu Hause Zeit, um Vorlesungen nach- und vorzubereiten sowie Zeit um auf Prüfungen zu lernen. Natürlich haben nicht alle den Luxus diese Entscheidung von „Lust und Bock“ leiten zu lassen. Aber während deiner Zeit als Student oder Studentin sollte dein Studium Priorität haben. Solltest du also Mühe haben mit der Finanzierung deines Lebensunterhalts, kannst du dich auch über andere Möglichkeiten, wie z.B. Stipendien, Kredite oder Darlehen, informieren.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es keine schlechte Sache ist, wenigstens einen Tag neben dem Studium (oder in den Semesterferien) zu arbeiten. Einerseits hat man so Abwechslung zum sonst stressigen Studentenalltag, andererseits natürlich das Geld. Auch wenn es nicht dringend ist, ist es schön, wenn man ein bisschen Geld sparen kann, um sich vielleicht auch mal etwas Gönnen zu können, sei dies Materiell oder Ferien, oder sonst was. Studierende die vom Gymnasium oder einer anderen weiterführenden Schule kommen, haben vielleicht noch nicht all zu viel Erfahrung im Berufsalltag sammeln können, dies wäre ein weiterer Grund, um sich einen kleinen Job zu suchen. Erfahrungen tun sich auf dem Lebenslauf immer gut!

Wo könntest du denn arbeiten?

Anfangs kann es sein, dass es total schwierig scheint, einen anständigen Studentenjob zu finden, je nach Erfahrungen ist es natürlich etwas einfacher. Klassische studentische Arbeiten sind natürlich Jobs im Service, d.h. in Restaurants, Cafés oder Bars oder als Promoter für diverse NGOs. Auch kann man sich erkundigen, ob im Kino eine Stelle frei ist, genauso im Supermarkt an der Kasse oder in der örtlichen Bibliothek.
Kleinere Arbeiten gibt es auch als Babysitter, Putzhilfe, Stimmenzähler in der Gemeinde, Kurier, o.ä. Häufig bietet auch die Universität/Hochschule kleinere Arbeiten an, einfach mal auf der Webseite der Schule nachschauen und auf dem Campus Ausschau halten.
Man kann sich auch in seinem Bekanntenkreis umschauen, vielleicht kennt jemand jemanden, der in seinem Unternehmen eine Teilzeitstelle zu besetzen hat?
Wer bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat, hat es unter Umständen einfacher einen Teilzeitjob in seinem Fachgebiet zu finden.

Wie ist das bei mir so?

Ich bin vor über einem Jahr von zu Hause ausgezogen, durch die halbe Schweiz in eine WG. Meine Eltern unterstützen mich zwar finanziell, aber das würde mir für meine monatlichen Ausgaben nicht reichen. Deshalb habe ich bereits im dritten Monat des ersten Semesters meinen ersten Nebenjob angetreten. Ich habe ein- bis dreimal in der Woche im örtlichen Kino gearbeitet und mir so meine finanzielle Sicherheit garantiert. Damals hatten wir in unserem Studiengang den Luxus nur drei Tage in der Woche Vorlesungen zu haben, was das Arbeiten nebenbei ganz einfach ermöglichte. Gegen Ende des zweiten Semesters habe ich mir dann aber einen zweiten Nebenjob als Kassiererin gesucht, da die Arbeit im Kino immer weniger wurde und das Geld nicht mehr reichte. Seit etwas mehr als einem halben Jahr arbeite ich nun zwei Tage in der Woche in meiner neuen Stelle. Die Problematik ergibt sich erst jetzt, da wir in der Schule nicht mehr den Luxus des ersten Semesters geniessen. So gehe ich also vier Tage zu den Vorlesungen, nebenbei arbeite ich zwei Tage, so bleibt nicht mehr viel übrig von der Woche. Ich muss gestehen, dass der Stress zur Zeit sehr gross ist, und wenig Zeit für mich selbst bleibt. Dafür aber habe ich keine Probleme mit meinen Finanzen, habe Abwechslung zwischen Arbeit und Schulbank und Freude an der Arbeit, weshalb sich der ganze Aufwand dann doch lohnt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.